Alte Schätze, ein kleine Geschichte warum gute Objektive nicht Teuer sein Müssen.

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Ihr kennt sie mit Sicherheit, man findet sie auf Flohmärkten, bei den Großeltern im Schrank oder bei irgendwelchen Hipstern um den Halls hängen. Alte Kameras aus den 70er 80er Jahren die noch 135er Kleinbild Filme fressen und nur 36 Bilder erlauben. Mit so etwas heutzutage zu Fotografieren machen die wenigsten, auch ich habe es irgendwann aufgegeben…

Aber was ist wenn man als junger Erwachsener oder Student wenig Geld zu Verfügung hat und trotzdem Lust hat Professional zu Fotografieren? Kann man da nicht mit den 30-40 jahre Alten Linsen von Opas Fotoapparat etwas Geld sparen? Bekommt man da überhaupt vernünftige Bilder raus? Worauf sollte ich bei der Adaption achten? Fragen über Fragen die sich auch mir gestellt haben als ich den Entschluss fasste eine alte Leidenschaft von mir wieder aufleben zu lassen, die ich 2013 nach 6 jahren aufgegeben hatte.

Ich persönlich habe jetzt beim Kauf eines Digitalen Fotoapparates besonders darauf geachtet, das ich auch meine Sammlung an alten Objektiven, die sich mit den Jahren bei mir angesammelt hatte verwenden kann. Last euch aber gesagt sein das dies nicht der alleinige Kaufgrund für eine Kamera sein sollte.

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Die Nachteile:

Bei der Verwendung muss man natürlich einige Nachteile in Kauf nehmen. Ihr habt keinen Autofokus, keine Automatische Blende und teilweise keine Bildstabilisierung je nach dem ob die Kamera einen internen hat. Mich stören diese Nachteile aber nicht, weil ich persönlich nicht anders gewohnt bin und im Manuellen Modus harmonieren die manuellen Objektive perfekt an meiner Sony A7. Ihr sollte aber da genau drauf achten bei eurer Kamera.

Aber Worauf sollte man dabei den achten?

Zu aller erst sollte man sich über den sogenannten Cropfaktor im klaren sein, den die meisten alten Objektive sind für das Kleinbild Format konstruiert worden (24x36mm) was in etwa dem heutigem Vollformat (23,9×35,8mm) entspricht. Der Cropfaktor ist hier 1 ein Objektiv von 50mm Brennweite bleibt also bei 50mm (1×50=50). Viele Moderne Spiegelreflex- oder Systemkameras verwenden allerdings APS-C Sensoren (15,6×23,8mm) sind also kleiner, dadurch verkleinert sich der Bildausschnitt und die Brennweite wird länger. Aus unsere 50mm Objektiv wird also bei einem Cropfaktor von 1,5 75mm (50×1,5=75) und desto kleiner die Sensoren desto länger. Allerding gibt es kleiner eigentlich nur noch Micro Four Thirts Kameras mit Wechselbaren Objektiven, der Crop Faktor beträgt hierbei 2.

Als nächstes sollte man darauf achten das man auch einen passenden Adapter findet denn für sehr Antike schätze dürfte sich das schwierig gestalten, keine Probleme sollte es für z.B. M42, Canon FD oder Nikon-F Bajonett geben.

Ebenfalls wichtig ist das sogenannte Auflagemass, das ist einfach der Abstand von Objektiv zum Bildsensor, desto kleiner der ist desto besser kann man Objektive adaptieren. Bei Systemkameras ist das kein Problem, bei Spiegelreflexkameras eher weniger, bei Canon funktioniert das noch recht gut bei Nikon leider nicht mehr. Man wird hierbei allerdings Adapter mit einer Linse darin verbaut finden um das nicht passende Auflagemass zu korregieren, allerdings kann sich die Bildqualität verschlechtern oder man kann teilweise nicht mehr richtig fokussieren.

Was auch Probleme machen kann, ist das die Kamera an sich, die den Dienst verweigert weil sie keine Verbindung zum Objektiv hat, das ist aber Model abhängig und ich hatte mit meiner Sony da absolut kein Problem.

Wie sieht den jetzt die Bildqualität aus?

Ich habe mich persönlich ins Kaltewasser gestürzt und mir die Sony Alpha 7 ohne ein Objektiv gekauft, so war ich auf die schon in meiner Sammlung vorhandenen M42 Objektive angewiesen. Ich benutzt bei den meisten meiner Bilder mein 50mm f1.7  was meine lichtstärkstes Objektiv ist, von der Bildqualität könnt ihr euch im Ersten Bild ganz oben überzeugen. Mein zweites on the go Objektiv ist mein Flektogon 20mm f2.8 was mein absolutes lieblings Objektiv ist. Was mich aber mehr überrascht hat ist das Objektiv mit dem ich das zweite Bild gemacht habe, weil ich selbst noch nie damit fotografiert habe bis jetzt. Es handelt sich bei der Linse um ein gut 60 jahre altes Zeiss Triotar 135mm f4.0, um das Bild zu machen habe ich noch einen Makro Ring verwendet und das Endergebnis hatte mich so geflascht das ich es auf  Twitter geteilt habe.

Fazit:

Abschließend kann ich sagen, wenn man eine Vollformatkamera hat wie ich ist es absolut kein Problem mit Vintageobjektiven zu arbeiten sofern die Kamera das mit macht, mit den Cropfaktor finde ich es persönlich schwieriger, ich würde hier auf jedenfalls den kauf mit einem Kit Objektiv empfehlen und die Vintagelinsen zusätzlich verwenden. Sie bilden hierbei aber eine sehr gute alternative zu neuen Modernen Objektiven mit Festbrennweiten.

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